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Vattenfall kündigen – Schritt für Schritt zur erfolgreichen Kündigung

Alles was Sie über die Kündigung Ihres Vattenfall Strom- oder Gasvertrags wissen müssen: Fristen, Adressen, Sonderkündigungsrecht und den einfachen Weg zum Anbieterwechsel.

Zuletzt aktualisiert:

Kurzübersicht: Vattenfall kündigen

Kündigungsfrist
4 Wochen zum Ende eines Kalendermonats (bei Verträgen ohne feste Laufzeit); 6 Wochen vor Vertragsende bei 12- und 24-Monats-Verträgen; Grundversorgung: 2 Wochen
Kündigungszeitpunkt
Zum Ende des Kalendermonats (flexible Verträge) oder zum Ende der vereinbarten Mindestlaufzeit; nach Verlängerung jederzeit mit einmonatiger Frist
Kündigungsform
Ausschließlich Textform: per E-Mail, Fax oder schriftlichem Brief; telefonische Kündigung bei Vattenfall nicht möglich und rechtlich nicht anerkannt
Kündigungsadresse
Vattenfall Europe Sales GmbH, Überseering 12, 22297 Hamburg (alternativ Berlin-Adresse: Chausseestraße 23, 10115 Berlin); E-Mail: onlineservice@vattenfall.de; Fax: +49 30 267119-24200
Kundenservice
Tel: 0800 0132111 (kostenlos, Mo–Fr 8–20 Uhr, Sa 9–16 Uhr); E-Mail: onlineservice@vattenfall.de; Online: MeinVattenfall Kundenportal auf vattenfall.de
Versorgungsbereich
Schwerpunkt Berlin und Hamburg; Strom, Gas und Fernwärme; in einigen Regionen wurde das Privatkundengeschäft an E.ON übertragen – Rechnungsadresse prüfen
Sonderkündigungsrecht
Bei Preiserhöhung (fristlose Kündigung zum Wirksamkeitsdatum), Umzug außerhalb des Versorgungsgebiets (Frist: 2 Wochen zum Monatsende), AGB-Änderung, Tod des Vertragspartners (Sterbeurkunde erforderlich), Insolvenz des Anbieters

Vattenfall ist ein schwedischer Energiekonzern in staatlichem Eigentum und war über viele Jahre hinweg einer der bedeutendsten Strom- und Gasversorger in Deutschland, insbesondere im Raum Berlin und Hamburg. Die deutsche Endkundensparte wurde unter der Marke Vattenfall Europe Sales GmbH geführt und versorgte zeitweise mehr als fünf Millionen Kunden bundesweit. Durch strategische Veräußerungen hat sich das Unternehmen in den vergangenen Jahren schrittweise aus dem deutschen Privatkundenmarkt zurückgezogen: Das Wärmenetz in Berlin wurde an das Land Berlin verkauft, und Teile des Vertriebsgeschäfts wurden an andere Energieversorger, darunter E.ON, übertragen. In bestimmten Regionen, besonders in Hamburg und Berlin, ist die Marke Vattenfall jedoch weiterhin aktiv. Kunden sollten auf ihren aktuellen Vertragsunterlagen und Rechnungen prüfen, welche Gesellschaft exakt ihr Vertragspartner ist, da in manchen Fällen ein stiller Übergang auf einen anderen Anbieter stattgefunden haben kann.

Das Tarifportfolio von Vattenfall spiegelte stets die breite Angebotspalette eines integrierten Energieversorgers wider: von günstigen Einsteigertarifen über ökologische Stromangebote aus erneuerbaren Energien bis hin zu dynamischen Tarifen mit Marktpreisanbindung. Besonders im Bereich Wärme und Fernwärme ist Vattenfall in Ballungsräumen wie Berlin und Hamburg noch immer präsent. Für Stromkunden gibt es klassische Haushaltstarife mit Mindestlaufzeiten von zwölf oder vierundzwanzig Monaten sowie flexiblere Tarife ohne feste Bindung. Die Vertragslaufzeit bestimmt maßgeblich, wann und unter welchen Bedingungen eine Kündigung möglich ist. Achten Sie dabei auf die klare Unterscheidung zwischen dem Datum des Vertragsablaufs und dem Datum, bis zu dem die Kündigung bei Vattenfall eingegangen sein muss – diese können bis zu sechs Wochen auseinanderliegen.

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Der Energiemarkt in Deutschland ist seit der Liberalisierung 1998 für alle Verbraucher geöffnet. Das bedeutet: Jeder Haushalt kann seinen Stromanbieter frei wählen und jederzeit zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Die rechtliche Grundlage bildet das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), das Verbrauchern weitreichende Schutzrechte einräumt. Dazu gehört insbesondere das Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhungen: Kündigt Vattenfall eine Preiserhöhung an, haben Sie das Recht, Ihren Vertrag fristlos zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Erhöhung zu kündigen. Dieser Schutz gilt auch dann, wenn Ihr Tarif eine sogenannte Preisanpassungsklausel enthält – sofern die Erhöhung nicht ausdrücklich durch Rohstoffpreisschwankungen gerechtfertigt und im Vertrag transparent vereinbart wurde. Gerade in Zeiten stark schwankender Energiepreise ist dieses Recht für viele Verbraucher besonders wertvoll.

Das Kündigen bei Vattenfall und der anschließende Anbieterwechsel sind in Deutschland unkompliziert und kostenlos geregelt. Eine Textformkündigung – per Brief, Fax oder E-Mail – ist rechtsgültig, eine handschriftliche Unterschrift empfiehlt sich für Briefkündigungen. Der neue Anbieter kann die Kündigung auf Wunsch vollständig für Sie übernehmen und koordiniert den technischen Wechsel mit dem Netzbetreiber. Während des gesamten Wechselprozesses werden Sie niemals ohne Strom sein: Falls kein neuer Vertrag nahtlos beginnt, übernimmt der regionale Grundversorger automatisch die Versorgung. Nach der Kündigung erhalten Sie von Vattenfall eine Abschlussrechnung, die Sie sorgfältig prüfen sollten. Bei Differenzen zwischen dem abgerechneten und dem selbst abgelesenen Zählerstand haben Sie das Recht, die Rechnungsgrundlagen anzuzweifeln und eine Korrektur zu verlangen.

Vattenfall kündigen – Schritt für Schritt

1

Vertragspartner und Tarifdetails klären

Prüfen Sie zunächst, welches Unternehmen auf Ihrer aktuellen Energierechnung als Vertragspartner aufgeführt ist. In manchen Regionen ist das Vattenfall Europe Sales GmbH, in anderen möglicherweise bereits ein Nachfolgeunternehmen. Notieren Sie sich Kundennummer, Vertragsnummer, Zählernummer sowie die Laufzeit und das frühestmögliche Kündigungsdatum.

2

Kündigungsfrist berechnen

Berechnen Sie das späteste Datum, an dem Ihre Kündigung bei Vattenfall eingegangen sein muss. Zählen Sie von Ihrem gewünschten Kündigungstermin die Frist rückwärts: vier Wochen bei monatlich kündbaren Verträgen, sechs Wochen bei Laufzeitverträgen. Planen Sie zusätzlich mindestens fünf Werktage Postlaufzeit ein, wenn Sie per Brief kündigen.

3

Zählerstand ablesen und dokumentieren

Lesen Sie Ihren Strom- oder Gaszähler ab und fotografieren Sie den Anzeigestand mit sichtbarem Datum. Diese Information ist essenziell für die korrekte Abschlussabrechnung. Übermitteln Sie den Zählerstand sowohl an Vattenfall als auch an Ihren neuen Anbieter.

4

Kündigungsschreiben aufsetzen

Erstellen Sie ein klares Kündigungsschreiben in Textform. Pflichtangaben: Ihr vollständiger Name und Anschrift, Kundennummer, Vertragsnummer, Zählernummer, gewünschtes Vertragsende sowie die Bitte um schriftliche Bestätigung. Bei Sonderkündigung wegen Preiserhöhung: Nennen Sie Datum und Inhalt der Preiserhöhungsankündigung und berufen Sie sich explizit auf Ihr Sonderkündigungsrecht nach § 41 EnWG.

5

Kündigung nachweisbar übermitteln

Senden Sie die Kündigung per Einschreiben mit Rückschein (Postanschrift: Vattenfall Europe Sales GmbH, Überseering 12, 22297 Hamburg) oder per E-Mail an onlineservice@vattenfall.de. Alternativ per Fax: +49 30 267119-24200. Bewahren Sie den Versandnachweis (Rückschein, E-Mail-Kopie oder Fax-Sendebericht) mindestens zwei Jahre auf.

6

Kündigungsbestätigung einfordern und Abschlussrechnung prüfen

Vattenfall ist verpflichtet, die Kündigung schriftlich zu bestätigen. Erhalten Sie nach zehn Werktagen keine Bestätigung, kontaktieren Sie den Kundenservice aktiv. Prüfen Sie nach Vertragsende die Abschlussrechnung: Stimmen Abrechnungszeitraum und verbrauchte Kilowattstunden mit Ihren Aufzeichnungen überein? Eventuelle Guthaben aus Abschlagszahlungen müssen erstattet werden.

Tipp: Nutzen Sie unsere kostenlose Kündigungsvorlage weiter unten.

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Tipps für Ihre Vattenfall Kündigung

1
Sonderkündigungsrecht bei Preiserhöhung sofort nutzen: Wenn Vattenfall eine Preiserhöhung ankündigt, haben Sie ab dem Erhalt dieser Mitteilung das Recht zur fristlosen Kündigung zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Erhöhung. Warten Sie nicht zu lange – das Sonderkündigungsrecht kann erlöschen, wenn Sie es nicht fristgerecht ausüben.
2
Telefonische Kündigung ist bei Vattenfall nicht rechtsgültig: Eine Kündigung per Telefon wird von Vattenfall nicht als rechtsgültige Kündigung anerkannt. Kündigen Sie immer schriftlich in Textform und dokumentieren Sie den Versand sorgfältig.
3
Vertragspartner vorab auf der Rechnung prüfen: Da Teile des Vattenfall-Geschäfts an andere Unternehmen übertragen wurden, ist es wichtig, den genauen Vertragspartner zu kennen. Ein Kündigungsschreiben an das falsche Unternehmen kann dazu führen, dass die Kündigung nicht wirksam wird.
4
Beim Umzug innerhalb des Versorgungsgebiets Vertrag mitnehmen: Wenn Sie innerhalb des Versorgungsgebiets von Vattenfall umziehen, müssen Sie nicht kündigen – Sie können den Vertrag einfach an die neue Adresse mitnehmen (Ummeldung). Nur wenn Vattenfall an der neuen Adresse nicht liefert, besteht ein Sonderkündigungsrecht.
5
Neuen Anbieter frühzeitig suchen: Wechseln Sie nicht blind und ungeplant. Nutzen Sie Vergleichsportale, um aktuelle Tarife zu vergleichen, und schließen Sie den neuen Vertrag ab, bevor die Vattenfall-Kündigung wirksam wird. So vermeiden Sie eine teure Grundversorgung als Zwischenlösung.
6
Zählerstand am Übergabetag dokumentieren: Am Tag des Anbieterwechsels sollten Sie den Zählerstand ablesen und fotografieren. Dieser Wert wird von Netz- und Energieunternehmen als Grundlage der Abschlussabrechnung verwendet. Bei Abweichungen haben Sie so einen Nachweis.
7
Im Todesfall Sonderkündigungsrecht geltend machen: Hinterbliebene können den Energievertrag außerordentlich kündigen. Legen Sie Vattenfall die Sterbeurkunde und ggf. einen Erbschein vor. In der Praxis gewähren Energieversorger in Todesfällen regelmäßig eine außerordentliche Kündigung ohne weitere Auflagen.
8
Schlichtungsstelle Energie bei Problemen nutzen: Wenn Vattenfall die Kündigung nicht anerkennt, eine fehlerhafte Abschlussrechnung ausstellt oder Guthaben nicht erstattet, können Sie die Schlichtungsstelle Energie e. V. kostenfrei kontaktieren. Vattenfall ist als zugelassener Energieversorger zur Teilnahme an diesem Verfahren verpflichtet.

Häufige Fragen: Vattenfall kündigen

Rechtliche Hinweise

Wichtige Information für Verbraucher

Wichtiger Hinweis: Vattenfall hat in den vergangenen Jahren Teile seines deutschen Privatkundengeschäfts an andere Energieversorger abgetreten. Es ist daher unbedingt notwendig, vor der Kündigung zu prüfen, wer Ihr aktueller Vertragspartner ist. Schauen Sie auf Ihre letzte Energierechnung: Der dort aufgeführte Firmenname und die Rechnungsadresse sind maßgeblich. Eine Kündigung an das falsche Unternehmen ist unwirksam. Bewahren Sie alle Versandnachweise mindestens zwei Jahre auf. Sollte es zu Problemen mit der Kündigung oder Abschlussrechnung kommen, steht Ihnen die Schlichtungsstelle Energie e. V. als kostenfreie Vermittlungsstelle zur Verfügung. Auch die Verbraucherzentralen der Bundesländer bieten kompetente und häufig kostenfreie Beratung zu energierechtlichen Fragen.

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