Verisure kündigen – Alarmanlage und Überwachungsvertrag fristgerecht beenden
Verisure-Verträge haben je nach Tarif eine Mindestlaufzeit von 12 oder 24 Monaten. Die Kündigungsfrist beim Zusatzversicherungsvertrag beträgt 3 Monate. Kündigung zwingend schriftlich per Einschreiben. Alle Details hier.
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Kurzübersicht: Verisure kündigen
Verisure ist eines der größten privaten Sicherheitsunternehmen Europas und wurde 1988 in Schweden gegründet. Das Unternehmen ist heute in über 17 Ländern tätig und betreibt eigene Notruf- und Serviceleitstellen, die rund um die Uhr besetzt sind. In Deutschland ist Verisure seit 2013 aktiv und hat sich auf professionelle Alarmanlagen für Privathaushalte und Gewerbeobjekte spezialisiert. Das Geschäftsmodell unterscheidet sich deutlich von einfachen Smart-Home-Systemen: Kunden erwerben bei Vertragsabschluss nicht nur die Hardware, sondern verpflichten sich zu einem dauerhaften Servicemonitoringvertrag, bei dem die Verisure-Leitstelle eingehende Alarme rund um die Uhr überwacht und bei echten Bedrohungen automatisch Einsatzkräfte alarmiert.
Das Verisure-System besteht in der Regel aus Bewegungsmeldern, Magnetkontakten an Türen und Fenstern, Sirenen, Kameras und einem zentralen Steuergerät. Die Alarmanlage ist fest im Gebäude installiert und über eine SIM-Karte sowie das Heimnetzwerk mit der Verisure-Leitstelle verbunden. Hinzu kommt optional eine Hausratversicherungskomponente, die über den europäischen Versicherungspartner Europ Assistance angeboten wird. Für diesen Versicherungsteil gelten eigene Kündigungsfristen: Der Versicherungsvertrag kann mit einer Frist von drei Monaten zum Ende der laufenden Versicherungsperiode gekündigt werden, was deutlich strenger ist als viele andere Kündungsfristen im Smart-Home-Bereich.
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Der Servicemonitoringvertrag bei Verisure hat üblicherweise eine Mindestlaufzeit von 12 oder 24 Monaten. Während dieser Mindestlaufzeit ist eine ordentliche Kündigung nicht möglich – lediglich eine außerordentliche Kündigung aus wichtigem Grund (etwa schwerwiegende Leistungsmängel oder Umzug ins Ausland) kann in Betracht gezogen werden. Nach Ablauf der Mindestlaufzeit verlängert sich der Vertrag automatisch auf unbestimmte Zeit, sofern er nicht fristgemäß gekündigt wird. In diesem Dauerschuldverhältnis ist eine Kündigung dann jederzeit mit einer Frist von einem Monat zum nächsten Monatsende möglich. Viele Kunden unterschätzen diese Verlängerungsklausel und zahlen deutlich länger als geplant für den Monitoring-Service.
Die Kündigung bei Verisure muss zwingend schriftlich erfolgen. Eine telefonische Kündigung oder eine Kündigung per E-Mail wird von Verisure grundsätzlich nicht anerkannt und gilt nicht als rechtswirksam. Das Kündigungsschreiben sollte per Einschreiben mit Rückschein versendet werden, um einen lückenlosen Nachweis über Datum und Eingang der Kündigung zu haben. Neben dem Servicemonitoringvertrag müssen Kunden, die auch den optionalen Versicherungsvertrag abgeschlossen haben, diesen gesondert und mit der eigenen Kündigungsfrist von drei Monaten kündigen. Es ist ein häufiger Fehler, nur einen der beiden Verträge zu kündigen und dabei den anderen weiterlaufen zu lassen.
Verisure kündigen – Schritt für Schritt
Vertragsunterlagen prüfen und Mindestlaufzeit ermitteln
Suchen Sie Ihren ursprünglichen Verisure-Vertrag heraus. Prüfen Sie, welche Mindestlaufzeit vereinbart wurde (typisch: 12 oder 24 Monate) und wann diese endet. Notieren Sie außerdem, ob Sie neben dem Servicemonitoringvertrag auch einen Versicherungsvertrag über Europ Assistance abgeschlossen haben, da dieser separat und mit anderer Frist gekündigt werden muss.
Kündigungsdatum berechnen
Berechnen Sie das frühestmögliche Kündigungsdatum auf Basis Ihrer Mindestlaufzeit. Für den Monitoringvertrag gilt nach Ablauf der Mindestlaufzeit eine Frist von einem Monat. Für den Versicherungsvertrag (falls vorhanden) gilt eine Frist von drei Monaten zum Ende der jeweiligen Versicherungsperiode. Planen Sie ausreichend Zeit ein, damit das Einschreiben rechtzeitig ankommt.
Kündigungsschreiben verfassen
Verfassen Sie ein schriftliches Kündigungsschreiben. Es sollte enthalten: Ihren vollständigen Namen und Ihre Adresse, Ihre Kundennummer (auf dem Vertrag oder der Rechnung), die Vertragsnummer, das gewünschte Kündigungsdatum (oder 'zum nächstmöglichen Termin') sowie die Bitte um schriftliche Bestätigung der Kündigung. Unterschreiben Sie das Schreiben eigenhändig.
Kündigung per Einschreiben mit Rückschein versenden
Senden Sie das Kündigungsschreiben ausschließlich per Einschreiben mit Rückschein an: Verisure Deutschland GmbH, Balcke-Dürr-Allee 2, 40882 Ratingen. Der Rückschein ist Ihr rechtsgültiger Nachweis, dass die Kündigung fristgerecht eingegangen ist. Bewahren Sie den Einlieferungsbeleg und den zurückgesandten Rückschein dauerhaft auf.
Versicherungsvertrag separat kündigen (falls zutreffend)
Falls Sie auch den optionalen Versicherungsvertrag über Europ Assistance abgeschlossen haben, kündigen Sie diesen separat mit einem eigenständigen Schreiben. Die Kündigungsfrist beträgt hier drei Monate zum Ende der laufenden Versicherungsperiode. Senden Sie auch dieses Schreiben per Einschreiben, am besten gleichzeitig mit dem Monitoringvertrag.
Kündigungsbestätigung anfordern und Abbautermin klären
Fragen Sie in Ihrem Kündigungsschreiben explizit nach einer schriftlichen Bestätigung der Kündigung und dem genauen Enddatum. Klären Sie außerdem, ob und wie die installierte Hardware nach Vertragsende ausgebaut oder ob diese als Eigentum übergehen kann. Die Bedingungen zum Hardware-Verbleib sind vertragsabhängig und sollten frühzeitig geklärt werden.
Tipp: Nutzen Sie unsere kostenlose Kündigungsvorlage weiter unten.
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Füllen Sie das Formular aus – wir erstellen Ihr rechtssicheres Kündigungsschreiben als Download.
Tipps für Ihre Verisure Kündigung
Häufige Fragen: Verisure kündigen
Rechtliche Hinweise
Wichtige Information für Verbraucher
Verisure-Verträge unterscheiden sich grundlegend von typischen Streaming- oder Handyabonnements: Es handelt sich um komplexe Sicherheitsdienstleistungsverträge mit installierten Hardware-Komponenten, professionellem 24/7-Monitoring und in manchen Fällen einem zusätzlichen Versicherungsvertrag. Alle diese Vertragsbestandteile müssen sorgfältig geprüft und gegebenenfalls separat gekündigt werden. Die häufigsten Fehler bei der Verisure-Kündigung sind: Kündigung per E-Mail oder Telefon (nicht rechtswirksam), zu späte Kündigung nach Ablauf der Mindestlaufzeit (führt zu automatischer Verlängerung) und das Vergessen des separaten Versicherungsvertrags (läuft unbemerkt weiter).
Kunden, die Schwierigkeiten bei der Durchsetzung ihrer Kündigung haben, können die Verbraucherzentrale ihres Bundeslandes kontaktieren oder sich an den Ombudsmann für Versicherungen wenden, sofern der Versicherungsvertrag betroffen ist. Für Streitigkeiten über den Servicemonitoringvertrag steht der allgemeine Zivilrechtsweg offen. Es empfiehlt sich, alle schriftlichen Kommunikationen mit Verisure – inklusive Einlieferungsbelege, Rückscheine und Bestätigungs-E-Mails – dauerhaft aufzubewahren, da Verisure in der Vergangenheit von Verbrauchern gemeldete Schwierigkeiten bei der Anerkennung von Kündigungen hatte.